Die wichtigsten Druckverfahren einfach erklärt
Offsetdruck, Digitaldruck oder Letterpress – diese Begriffe begegnen einem häufig in der Welt der Druckprodukte. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter den verschiedenen Druckverfahren? Und welche Technik liefert die besten Ergebnisse für das jeweilige Projekt?
Die unterschiedlichen Druckverfahren unterscheiden sich nicht nur in ihrer Funktionsweise, sondern auch hinsichtlich Qualität, Wirtschaftlichkeit und Gestaltungsmöglichkeiten. Je nach Auflage, Material und gewünschtem Erscheinungsbild kann eine andere Drucktechnik die optimale Wahl sein. Von klassischen Verfahren für große Stückzahlen bis hin zu modernen Lösungen für individualisierte Druckprodukte bietet die Druckbranche – und vor allem wir – dir zahlreiche Möglichkeiten.
In unserem Blogartikel beleuchten wir die wichtigsten Druckverfahren näher. Erfahre mehr über ihre Funktionsweisen und ihre jeweiligen Vor- und Nachteile. So wirst du garantiert die passende Drucktechnik für dein nächstes Druckprojekt finden!
Das Wichtigste zuerst: Was versteht man unter Druckverfahren?
Unter Drucken oder auch Drucktechnik versteht man das Verfahren, Druckfarbe auf einen Bedruckstoff zu übertragen. Heute kommen je nach Produkt, Material und Auflage unterschiedliche Druckverfahren zum Einsatz.
Während Offset- und Digitaldruck die wichtigsten Verfahren im modernen Druckalltag darstellen, werden Hoch-, Tief- und Durchdruck vor allem für spezielle Anwendungen genutzt. Während beim analogen Druck eine feste Druckform benötigt wird, um die Druckfarbe auf das zu bedruckende Material übertragen zu können, wird diese beim Digitaldruck nicht benötigt. Die Druckinformationen werden dabei auf elektronischem (digitalem) Wege an die Druckmaschine gesendet. Je nachdem, in welcher Ebene die zu druckenden Stellen im Vergleich zu den nicht druckenden Stellen liegen, unterscheiden wir zwischen vier analogen Druckverfahren und dem Digitaldruck.
Die Druckverfahren im Überblick:
- Hochdruck (analoges Druckverfahren)
- Flachdruck (analoges Druckverfahren)
- Durchdruck (analoges Druckverfahren)
- Tiefdruck (analoges Druckverfahren)
- Digitaldruck
1 | Hochdruck: Buchdruck/Letterpress, Flexodruck & Linolschnitt

Erfunden von Johannes Gutenberg, als er den modernen Buchdruck 1450 mit seinen beweglichen Metall-Lettern revolutionierte, stellt der Hochdruck das älteste Druckverfahren der Welt dar. Hochdruck wird er deshalb genannt, weil sich die Druckelemente von der Druckform optisch und haptisch abheben. Die zu druckenden Stellen liegen dabei erhöht auf der Druckform. Der Übertrag der Farbe erfolgt direkt von der Druckform auf den Bedruckstoff, man spricht von einem direkten Druckverfahren. Die Druckform kann dabei aus einzelnen Buchstaben, in Form eines sogenannten Klischees, oder auch in Kombination aus beiden zusammengestellt sein. Klischees gibt es in verschiedenen Materialien, die je nach Anforderung ausgewählt werden.
Anwendungsbereiche des Hochdruckverfahrens:
1 | Buchdruck/Letterpress
Ein klassisches Beispiel für den Hochdruck ist der Buchdruck, heute auch oft als Letterpress bezeichnet. Man erkennt ihn an der Schattierung und dem leichten Relief auf der Rückseite sowie an den gequetschten Rändern der Buchstaben. Durch die Verwendung starker, voluminöser Kartone kann im Hochdruckverfahren eine Tiefprägung ausgeführt werden, die für einen besonderen haptischen Reiz sorgt und auch als künstlerisches Element eingesetzt werden kann. Der klassische Buchdruck wird heute vor allem für exklusive Druckprodukte wie Hochzeitseinladungen, Visitenkarten oder hochwertige Verpackungen eingesetzt. Der charakteristische Prägedruck macht ihn besonders beliebt für Veredelungen.
druck.de-Tipp: Als Inspiration zu den Veredelungen findest du hier unsere Produkte mit Cellophanierung.
2 | Flexodruck & Linol- sowie Holzschnitt
Eine weitere Form des Hochdrucks ist der Flexodruck, der vor allem in der Verpackungsindustrie beim Bedrucken von Papier, Karton, Pappe und Kunststoffen angewendet wird. Künstlerische Formen des Hochdrucks findet man zum Beispiel im Linolschnitt und Holzschnitt.
Für welche Auflagen ist der Hochdruck geeignet?
Die Herstellung und der Erhalt der Druckplatten ist jedoch aufwändig und kostspielig, daher ist der Hochdruck ein Verfahren für besondere Anlässe, nicht aber für Druckaufträge mit hohen Auflagen. Für eine wirtschaftlichere Produktion eignen sich sowohl der Offset- als auch der Digitaldruck besser.
2 | Flachdruck: Offsetdruck

Beim Flachdruck liegen im Gegensatz zu den anderen Druckverfahren sowohl die zu bedruckenden als auch die nicht zu bedruckenden Stellen auf derselben Ebene, der Aufdruck basiert nicht auf einem Höhenunterschied. Die zu druckenden Stellen liegen also in beinahe der gleichen Ebene wie die nicht druckenden Stellen. Dieses Verfahren beruht auf dem chemischen Prinzip der Abstoßung von Fett und Wasser. Die Ursprünge dieser Technologie liegen im Steindruck als lithographisches Druckverfahren, erfunden von Alois Senefelder Ende des 18. Jahrhunderts.
Im bekanntesten Flachdruckverfahren, dem Offsetdruck, werden Aluminiumplatten als Druckform verwendet. Diese Druckplatten weisen an den druckenden Stellen eine Beschichtung auf, die farb- (also fett-)freundlich ist. Die nichtdruckenden Stellen stellen die blanke Aluminiumplatte dar, die aufgrund ihrer Beschaffenheit wasserfreundlich ist. Im Druckprozess wird die Druckplatte mit Wasser benetzt, die druckenden Stellen stoßen das Wasser ab und nehmen Farbe an. Über ein Gummituch wird die Druckfarbe auf das Papier übertragen. Man spricht hier von einem indirekten Druckverfahren, da der Bedruckstoff nicht mit der Druckform in Berührung kommt.
Für welche Auflagen ist der Flachdruck geeignet?
Der Offsetdruck ist das populärste Flachdruckverfahren und wird aufgrund der Verarbeitung des Materials entweder über Bogen- und Rollenoffsetdruckmaschinen ausgeführt. Im Rahmen dieser werden die Offsetdruckmaschinen weiters in verschiedene Formatklassen unterteilt. Offsetdruck eignet sich besonders für mittlere bis hohe Auflagen, bei denen eine gleichbleibend hohe Druckqualität und wirtschaftliche Produktionskosten gefragt sind. Für kleinere Auflagen wird heute häufig der Digitaldruck gewählt. Für hohe Auflagen in großem Umfang eignet sich der Rollenoffsetdruck besser.
3 | Durchdruck

Das gängigste Durchdruck-Prinzip ist der Siebdruck, bei dem die Druckfarbe mittels einer Gummirakel durch die Öffnungen eines feinmaschigen Siebs auf das darunter befindliche Druckmaterial gedrückt wird.
Siebdruck eignet sich besonders für Produkte, die eine hohe Farbdeckung, spezielle Effekte oder den Druck auf ungewöhnlichen Materialien erfordern. Anwendungsbeispiele dafür sind der Textilien, Werbemittel, Glas, Keramik, Holz und mehr.
4 | Tiefdruck

Beim Tiefdruck liegen die zu druckenden Stellen vertieft in der Druckform. Die gesamte Druckform wird eingefärbt, die überschüssige Farbe mit einer Rakel abgezogen, sodass die Farbe nur in den Vertiefungen (Näpfchen) verbleibt. Durch hohen Anpressdruck wird die Farbe direkt auf den Bedruckstoff übertragen.
Bis auf wenige Ausnahmen werden ausschließlich Rotationsdruckmaschinen zur Produktion von großvolumigen Zeitschriften in hohen Auflagen sowie im Verpackungsdruck eingesetzt. Sonderformen des Tiefdrucks sind der Tampondruck zum Bedrucken von nicht ebenen Oberflächen (z.B. in der Werbemittelproduktion) sowie im künstlerischen Bereich der Stahlstich, Kupferstich und die Radierung.
5 | Digitaldruck

Der Digitaldruck zählt heute zu den wichtigsten Druckverfahren und zeichnet sich vor allem durch seine Flexibilität und Effizienz aus. Anders als bei analogen Druckverfahren wird keine feste Druckform benötigt. Stattdessen werden die Druckdaten direkt vom Computer an die Druckmaschine übertragen, wodurch Druckprodukte schnell und unkompliziert produziert werden können.
Für welche Produkte eignet sich der Digitaldruck?
Seine Stärken spielt der Digitaldruck insbesondere bei kleinen bis mittleren Auflagen sowie bei personalisierten Druckprodukten aus. Da keine Druckplatten hergestellt werden müssen, können Inhalte individuell angepasst und auch in geringen Stückzahlen wirtschaftlich produziert werden. Typische Anwendungen sind unter anderem Flyer, Visitenkarten, Broschüren, Plakate, Mailings und personalisierte Werbemittel.
Welche Vorteile bietet der Digitaldruck?
Zu den größten Vorteilen zählen:
- kurze Produktionszeiten,
- wirtschaftliche Produktion kleiner Auflagen,
- individuelle Personalisierung von Druckprodukten,
- hohe Druckqualität,
- flexible Anpassung der Druckdaten.
Durch diese Eigenschaften hat sich der Digitaldruck in vielen Bereichen etabliert und ergänzt klassische Druckverfahren wie den Offsetdruck optimal.
druck.de-Tipp: Du möchtest mehr über Digitaldruck erfahren? Alle Informationen und Details sowie die Vor- und Nachteile findest du in unserem Blogartikel zum Digitaldruck.
Welches Druckverfahren eignet sich für welches Produkt?
Druckverfahren | Typische Einsatzbereiche |
Hochdruck | Letterpress, Veredelungen, künstlerische Drucke |
Offsetdruck | Magazine, Kataloge, große Auflagen |
Siebdruck | Textilien, Werbemittel, Spezialmaterialien |
Tiefdruck | Verpackungen, Dekordruck, sehr hohe Auflagen |
Digitaldruck | Flyer, Visitenkarten, Broschüren, kleine Auflagen |
Fazit zu den Druckverfahren
Die Wahl des passenden Druckverfahrens trägt entscheidend zur Wirkung und Qualität eines Druckprodukts bei. Dank der Vielzahl moderner Drucktechniken lassen sich unterschiedlichste Anforderungen und Gestaltungsideen professionell umsetzen. Auch wir bieten dir eine große Auswahl an Drucklösungen, mit denen du deine kreativen Projekte richtig gut in Szene setzen kannst. Entdecke die vielfältigen Möglichkeiten und das passende Produkt für deinen nächsten Druckauftrag!