Nach­hal­tig ver­pa­cken & ver­sen­den – Al­ter­na­ti­ven zu her­kömm­li­chen Ver­pa­ckungs­ma­te­ria­li­en

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Ein geschnürter nachhaltiger Karton mit einer Marke auf der eine gezeichnete Erdkugel zu sehen ist.

Verpackungen und Nachhaltigkeit sind in den Augen vieler zwei Dinge, die einfach nicht kombinierbar sind. Denn beim Verpacken und Versenden von Produkten wird oftmals kaum Wert auf nachhaltige Alternativen und umweltschonende Wege gelegt. In den meisten Fällen ist es darauf zurück zu führen, dass vor allem große Unternehmen kaum Spielraum für nachhaltig orientierte Lösungen haben. Dementsprechend können besonders kleine Unternehmen sich hier in der Nische platzieren und mit umweltschonenden Verpackungs- und Versandsystem nochmals ein ordentliches Stückchen mehr hervorstechen. Dazu haben wir dir einige Tipps und Tricks zusammengefasst. 

 

Wie und warum nachhaltig verpacken und versenden?

Der Online Handel lebt und ist beliebter als je zuvor. Viele Unternehmen operieren nur mehr online. Spätestens jetzt haben sich viele, vorher nur stationär agierende, Geschäfte mit dem Online Verkauf bekannt gemacht. 800.000 bis 1 Mio. Pakete werden durchschnittlich am Tag in Österreich versendet und zugestellt. Dementsprechend hoch ist der Müll, der durch den Versand hervorgerufen wird. Um dem entgegen zu wirken gibt es einige Grundsätze, die du beim Planen deiner umweltfreundliche Transportverpackung beachten solltest:

  • Versuche mit möglichst wenig Material auszukommen 
    Verpacke deine Produkte nicht in übergroßen Transportverpackungen. Je passender die Verpackung, desto mehr Schutz ist gegeben und desto weniger Füllmaterial benötigst du
  • Verwende leicht zu recycelnde Materialien
    Ersetze herkömmliche Luftpolsterfolie mit Bio-Luftpolsterfolie, die nach dem Versand in der Biotonne entsorgt werden kann.
  • Nutze nachhaltige Materialien
    Statt einem herkömmlichen Versandkarton kannst du deine Produkte nachhaltig in einem Graskarton versenden. Gras ist ein schnellwachsender Rohstoff, der mehrmals pro Jahr geerntet werden kann.
  • Setze auf wiederverwendbare Materialien
    Neben Einweg-Kartons finden sich verschiedene Versandsysteme mit Plastikboxen aus recycelten Kunststoffen. Diese können für mehrmaligen Versand wiederverwendet werden.
  • Versuche mit deiner Verpackung den CO2 Ausstoß reduzieren
    Deine Transport- und Produktverpackung hat aufgrund verschiedener Einwirkungen nicht standgehalten und das Produkt wurde noch vor der Ankunft beschädigt. Natürlich verlangt die Kundschaft ein neues, funktionierendes Produkt. Das kaputte Teil wird zurück geschickt, das neue wieder geliefert und der CO2 Ausstoß war größer als er von Anfang an hätte sein müssen. 

 

Gestapelte nachhaltig verpackte Pakete

Nachhaltige Produktverpackung

Nachhaltiges Verpacken und Versenden beginnt schon bei deiner eigenen Produktverpackung! Auch hier musst du nicht auf herkömmlichen Karton zurückgreifen, sondern kannst dich auch anderer, umweltfreundlicher Alternativen bedienen. Dazu haben wir dir vier Materialien zusammengefasst:

  • Graspapier/-schachteln: Graspapier eignet sich perfekt, um deine Produkte einzupacken, und bringt dabei viele Vorteile gegenüber herkömmlichen Papier mit: Gras ist ein nachwachsender Rohstoff, der nicht nur mehrmals im Jahr geerntet werden kann, sondern auch so gut wie überall wächst. Das erleichtert die Gewinnung und verringert Transportwege. Dazu kommt, dass Graspapier in der Herstellung weniger Wasser und Energie verbraucht, sowie nach Verwendung biologisch abbaubar ist. Beide Faktoren wirken sich positiv auf die Ökobilanz aus und machen Verpackungen aus Gras zu einem Dauerrenner.  

  • Kakaopapier: Noch nie von Kakaopapier gehört? Wir sprechen hier von Papier, welches als Komponente ein eigentliches Abfallprodukt beinhaltet: die Schalen der Kakaobohne. Bei der Herstellung von Kakao und Schokolade fällt ein Übermaß an Schalen an, welche, ähnlich wie beim Graspapier, den klassischen Altpapierfasern beigemischt werden. Kakaopapier und -schachteln eignen sich für den Tiefkühler und die Mikrowelle und sind somit perfekt als Lebensmittelverpackung. Am Ende ihrer Verwendung können sie einfach kompostiert werden. 

  • Bagasse: Ähnlich wie bei Kakaopapier wird auch Bagasse aus "Abfällen" hergestellt. Das Material wird aus den Resten der Zuckerroher bei der Zucker-Herstellung gewonnen und bedient sich somit eines ressourcenschonenden Rohstoffs. Dabei eignet auch sie sich sehr gut als Lebensmittelverpackung, da sie robust und hitzebeständig ist. Auch der Mikrowelle hält sie stand. Dementsprechend trifft man Bagasse nicht nur als Verpackung, sondern auch gerne als Teller, Getränkebecher und Co. an. Wird die Bagasse-Verpackung nicht mehr benötigt kann sie einfach am hauseigenen Kompost verrotten. 

  • Pilze: Pilzverpackungen sind der perfekte Ersatz für Styroporverpackungen. Letzteres ist nicht abbaubar und ist auch in der Herstellung weder umweltfreundlich noch nachhaltig. Bei den Pilzverpackungen sieht das anders aus: Diese werden aus zerkleinerten Bioabfällen und mit speziellen Pilzen hergestellt. Die Ressourcen sind "nachwachsend", die Herstellung ist umweltfreundlich und die Pilzverpackung zu 100 Prozent abbaubar. Durch ihre Robustheit und Formbarkeit sind sie ideal zum Verpacken von zerbrechlichen Gegenständen wie Flaschen oder Gläser.

 

 

Eine Hand die eine geschnürte Graskartonschachtel hält

Umweltfreundliche Transportverpackungen

Wir alle kennen ihn: den typischen Versandkarton. Meistens kommt er leicht zerfetzt und mit ein paar Schrammen an, manchmal sogar aufgerissen und mit Klebeband notdürftig von der Post zusammengeflickt. Man öffnet ihn und hofft, dass die Ware den Versand unbeschadet überlebt hat, ehe man den Karton mühselig zerkleinert und abermals der Altpapier-Tonne übergibt. 

Herkömmliche Versandkartons sind also oft nicht die beste und vor allem nicht die nachhaltigste Lösung für deinen Versand. Deshalb findest du hier ein paar Ideen um dein Produkt nachhaltig für den Versand zu verpacken. 

  • Graskarton: Versandkartons aus Gras sind nicht nur ressourcenschonend, sondern auch zu 100 % recyclebar. Dabei bestehen die meisten Graskartons aus 70 % Altpapier und bis zu 30 % Grasfasern. Der Vorteil zwischen Gras und Papier liegt vor allem in der Gewinnung: Gras wächst schnell nach und kann mehrmals ganzjährig geerntet werden. Auch sind die Graskartons individuell bedruckbar und kommen ebenso wie herkömmliche Versandkartons mit Selbstklebeverschluss, Aufreißperforation und anderen Features. 

  • Recycling-Kunststoff Boxen: Versand ganz ohne unnötigen Kartonagenabfall? Das geht! Dafür greifen Online Händler immer wieder auf Systeme mit Plastikboxen aus Recycling-Kunststoff zurück. Deine Kundschaft erhält die Produkte unversehrt in einer Plastikbox und kann diese anschließend innerhalb einer gewissen Frist kostenfrei an dich zurücksenden oder behaltet sich die praktische Box gegen einen Aufpreis. Natürlich steht dir offen nach Anschaffung der Boxen dein Rückgabe-Modell frei zu wählen und deine Versandoption so zu gestalten wie du möchtest. Derartige Boxen überzeugen vor allem durch ihre Leichtigkeit, Stabilität und flexible Einsatzfähigkeit. Sie sind langlebig und sortenrein, also abermals recyclebar.

  • Externe Anbieter nutzen: Mittlerweile findet man über Suchmaschinen einige Unternehmen, die den Versand deiner Produkte als externer Anbieter unterstützen. Dafür musst du dir nicht extra Versandkisten oder -taschen zulegen, sondern "borgst" dir diese von externen Anbietern aus. Deine Kundschaft kann diese Versandart bei der Bestellung wählen und zahlt gegebenenfalls einen Aufpreise, den die Person beispielsweise nach Rücksendung der Transportverpackung als Gutschrift erstattet bekommt. Dabei sind die Verpackungen in den meisten Fällen aus nachhaltigen Materialien gefertigt, werden nach der Rücksendung gereinigt und anschließen wiederverwendet. 

 

Verschiedene Karton- und Papiermaterialien

Nachhaltige Schutzmaterialien

Auch wenn das Produkt gut verpackt ist und in einer robusten Versandverpackung Platz findet kommt es oftmals vor, dass es trotzdem noch extra Schutzmaterialien benötigt, um einen sicheren Versand gewährleisten zu können. Auch hierfür gibt es nachhaltige Alternativen zu herkömmlichen Schutz- und Füllmaterialien.

  • Umweltfreundliche Füllmaterialien: Zu viel Platz im Karton und ein Produkt, welches besser nicht während des Versands darin herumkugeln sollte. Dabei können Füllmaterialien Abhilfe schaffen und deinem Packgut einen zusätzlichen Schutz bieten. Auch hier können umweltfreundliche Produkte zum Einsatz kommen, um die man sich teilweise sogar selber kümmern kann. Beispielsweise bieten alte Eierkartons oder zerknüllte Zeitungen aus dem Altpapier den perfekten Schutz für den Inhalt deines Pakets. Dabei gibt es noch andere Füllmaterialien, die du selber herstellen kannst und deine Sendung einzigartig machen.

  • Alternativen zu Luftpolsterfolie: Schützend, aber keinesfalls nachhaltig, ist die typische Luftpolsterfolie. Um diese zu ersetzen und dein Produkt auf ähnliche Weise zu schützen gibt es verschiedene Alternativen: Wie wäre es beispielsweise mit kompostierbarer Bio-Luftpolsterfolie? Sie besteht aus Zellstoffen oder Kartoffelstärke und eignet sich aufgrund ihrer Eigenschaften perfekt um dein Packgut zu schützen. Eine weitere Alternative ist Noppenpapier, welches aus Altpapier gefertigt wird und sich perfekt für großflächige Produkte eignet. Entdecke dazu noch mehr Infos und weitere Alternativen zu Luftpolsterfolie.